Retrospektive über Retrospektiven

 In Agile, Retrospektiven, Scrum Master, Teams

Hier ein Vorschlag für eine Retrospektive für ein Team das schon länger existiert (>6 Monate) und mehrere Retrospektiven gemacht hat. Dauer etwa 60 Minuten.

Du hast als Scrum Master die Verantwortung dafür, die Retrospektiven zu gestalten. Der Input aus dieser Retrospektive ist wertvoll für dich, um bessere Retrospektiven mit deinem Team zu machen. Die Wünsche vom Team sind Feedback für dich, nicht Anweisungen wie du die Retrospektiven zu gestalten hast.

Eröffnen

Jeder Teilnehmer fasst den vergangenen Sprint / die Zeit seit der letzten Retrospektive in 3 Wörter zusammen. Zeitfenster anderthalb Minuten. Die 3 Wörter schreiben sie in dieser Zeit für sich selbst auf. Danach in wahlfreie Reihenfolge die Wörter vorlesen.

Zweck: Blitzlicht über den vergangenen Sprint. Kontrolle ob es was Wichtigeres gibt als der geplante Ablauf.

Rückblick

Kurze Einführung in das Thema. Erkläre dem Team wieso du eine Retrospektive über Retrospektiven machen möchtest.

Das Positive

„Was waren richtig gute Entscheidungen aus Retrospektiven, die wir erlebt haben?“

Die Teilnehmer in Gruppen von 2-4 Personen aufteilen (wenn mehr als 4 Teilnehmer). Diese Frage maximal 4 Minuten lang reflektieren und dazu Antworten aufschreiben lassen.

Ergebnisse vorstellen lassen und in eine zeitliche Reihenfolge einordnen.

Zweck: Der Nutzen der Retrospektiven beleuchten – gegebenenfalls auch wenn er nicht vorhanden ist.

Das Schwierige

„Was wollt ihr gerne vermeiden in der Zukunft, was ihr in Retrospektiven erlebt habt?“

1-2-4-ALL Format:

1: jeder individuell 2 Minuten überlegen und aufschreiben.
2: Maximal 3 Minuten einem Partner vorstellen und gemeinsam priorisieren
4: Maximal 4 Minuten. Paare gehen zusammen in 4:er-Gruppen, gegenseitig vorstellen mit dem Ziel dass die Gruppe die 2 wichtigsten Themen am Ende hat.
ALL: Die Gruppen stellen die 2 wichtigsten Themen vor.

Überblick verschaffen, wie sehr die individuellen Teilnehmer die Aussagen zustimmen. Dafür empfehle ich eine Aufstellung im Raum zu machen mit einer Skala von 1 bis 10. „Ich stimme die Aussage überhaupt nicht zu. Ich würde gerne so etwas nochmal in einer Retrospektive erleben wäre eine 1.“ „Ich stimme voll zu. So etwas möchte ich zukünftig nie wieder in einer Retrospektive erleben wäre eine 10“.

Die 1 und 10 sind durch zwei sich gegenüberstehende Wände repräsentiert, und die Teilnehmer ordnen sich irgendwo dazwischen ein.

Sie machen eine Aufstellung pro Thema, das heißt wenn es 8 Personen sind und sie in 2 Gruppen gearbeitet haben werden sie (wahrscheinlich) zu 4 Themen Stellung beziehen.

Die Aufstellungen dienen dazu, dass du einordnen kannst, wie sehr die Individuen im Team hinter diesen Aussagen stehen. Es könnte nützlich sein, es für dich zu notieren. Es erfolgt aber keine Entscheidung aus der Aufstellung.

Zweck: Verstehen wo die emotionalen Grenzen des Teams derzeit sind.

Blick in die Zukunft

„Welche Wünsche habt ihr an zukünftige Retrospektiven?“

1-2-4-ALL – Format wie oben beschrieben.

Am Ende priorisieren lassen. Aufstellungen sind hier nicht unbedingt nötig. Stell Fragen, wenn etwas unklar ist.

Abschluss

Am Ende kannst du die Ergebnisse kommentieren. Vor allem ist es wichtig, dass die Teilnehmer von dir hören, dass du die Wünsche des Teams gehört und auch verstanden hast. Du bist eventuell der Meinung, dass die Teilnehmer einiges bearbeiten sollten, was sie vermeiden wollen. Zu diesem Zeitpunkt ist es nicht wichtig das anzusprechen. Nimm einfach den Input von den Teilnehmern mit und lass es in zukünftige Retrospektiven einfließen.

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